Chruschtschows Geheimrede
25. Februar 1956
Das Ereignis im Detail
Über den Personenkult und seine Folgen (russisch О культе личности и его последствиях) ist der Titel der sogenannten Geheimrede Chruschtschows, die der Parteichef der KPdSU am 25. Februar 1956 zum Abschluss von deren 20. Parteitag hielt. Nikita Chruschtschow übte darin scharfe Kritik an seinem drei Jahre zuvor verstorbenen Vorgänger Josef Stalin. Er warf ihm vor, einen Personenkult inszeniert zu haben, verurteilte seine Terrorherrschaft und forderte eine Rückkehr zum Leninismus.
Die fünfstündige Rede markierte den Beginn der Entstalinisierung und der damit verbundenen Tauwetter-Periode, diente Chruschtschow aber auch dazu, sich im Machtkampf innerhalb der Partei gegen die loyalen Stalin-Anhänger Wjatscheslaw Molotow und Georgi Malenkow durchzusetzen. Die Rede wurde zunächst lediglich den Mitgliedern der kommunistischen Parteien innerhalb und außerhalb der Sowjetunion bekannt gemacht. Der allgemeinen Öffentlichkeit des Landes wurde es erst 1989 im Rahmen der Glasnost-Kampagne von Michail Gorbatschow zugänglich.
