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Großer Brand von London

1666

Großer Brand von London

Das Ereignis im Detail

Der Große Brand von London (englisch The Great Fire of London) war eine Feuersbrunst, die zwischen Sonntag, dem 2. und Mittwoch, dem 5. September 1666 die mittelalterliche City of London, das Zentrum der englischen Hauptstadt innerhalb der alten römischen Stadtmauer, fast vollständig zerstörte. Das Feuer kam im Osten am Tower und im Westen erst jenseits der römischen Mauer auf Höhe der Fetter Lane zum Stillstand. Die niedrige Zahl von Todesopfern, die laut zeitgenössischen Angaben im einstelligen Bereich lag, wird von heutigen Historikern in Frage gestellt. Erst im Jahr vor dem Brand war London von einer anderen Katastrophe heimgesucht worden, der Großen Pest von 1665.

Das Feuer brach kurz nach Mitternacht am 2. September in einer Bäckerei in der Pudding Lane aus und breitete sich rasch aus. Der Einsatz der damals gängigen Brandbekämpfungstechnik, nämlich die Schaffung von Brandschneisen durch das Abreißen von Gebäuden im Weg des Feuers, verzögerte sich durch das anfängliche Zögern des Lord Mayor, Sir Thomas Bloodworth, erheblich. Als am Sonntagabend groß angelegte Abrissarbeiten angeordnet wurden, hatte der Wind den in der Backstube entstandenen Brand bereits zu einem Feuersturm angefacht, der solche Maßnahmen zunichtemachte. Am Montag breitete sich das Feuer nach Norden bis ins Herz der Stadt aus. Die Ordnung auf den Straßen brach zusammen, als Gerüchte aufkamen, dass Ausländer Brände gelegt hätten. Verdächtigt und zu Opfer von Straßengewalt wurden vor allem eingewanderte Franzosen und Niederländer, mit deren Herkunftsländern England seit 1665 den Zweiten Englisch-Niederländischen Krieg ausfocht. Am Dienstag breitete sich das Feuer über fast die gesamte City aus, zerstörte die St Paul’s Cathedral und sprang über den River Fleet hinweg, wodurch der Hof von König Karl II. im Whitehall Palace in Gefahr zu geraten drohte. Am selben Tag wurden koordinierte Löschmaßnahmen eingeleitet, für deren Erfolg zwei Faktoren entscheidend waren: Der starke Ostwind ließ nach, was eine weitere Ausbreitung des Feuers nach Westen verhinderte, und im Osten der City sprengte die Garnison des Tower of London mit Schießpulver wirksame Brandschneisen.

Die durch die Katastrophe verursachten sozialen und wirtschaftlichen Probleme waren überwältigend. Karl II. förderte den Wegzug der obdachlos gewordenen Londoner und ihre Ansiedlung an anderen Orten nachdrücklich, da er eine Rebellion der nunmehr besitzlosen Einwohner befürchtete. Es gab verschiedene Vorschläge für den Wiederaufbau der Stadt, von denen einige sehr radikal waren. Nach dem Brand wurde London jedoch im Wesentlichen mit den alten mittelalterlichen Straßenverläufen aufgebaut, die bis heute bestehen.

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